Bundesverbandes Bürgerinitiativen Tiefe Geothermie e.V. Bundesverbandes Bürgerinitiativen Tiefe Geothermie e.V.
  • Home
  • Aktuelles
    • Ältere Nachrichten
    • Presse
    • Aktionen
  • Verband
    • Der Verband im Portrait
    • Unsere Philosophie
  • Kontakt
  • Themen
    • Risiken
    • Erdbeben
    • Natur
    • Wissen
    • Lithium
    • Mediation
  • Mitglieder
    • Mitgliederblog
  • Impressum
    • Datenschutz DSGVO

 

Wasserfracking – wenn Fracking plötzlich „Stimulation“ heißt

Wer sich mit Tiefengeothermieprojekten im Oberrheingraben beschäftigt, begegnet früher oder später einem bemerkenswerten sprachlichen Phänomen. Sobald Wasser mit hohem Druck in den tiefen Untergrund gepresst wird, um vorhandene Klüfte aufzuweiten, Gestein gegeneinander zu verschieben oder die Durchlässigkeit des Gebirges zu erhöhen, ist nur äußerst ungern von Fracking die Rede.

Stattdessen liest man von „hydraulischer Stimulation“, „Stimulationsmaßnahmen“, „Stimulationsversuchen“, „Hydroshearing“ oder „Injektionstests“.

Das klingt zweifellos angenehmer.

Nur stellt sich die Frage: Was passiert technisch tatsächlich im Untergrund?

Was bedeutet „Fracking“ überhaupt?

Der Begriff Fracking stammt vom englischen „Hydraulic Fracturing“. „Fracture“ bedeutet Bruch oder Riss, „to fracture“ entsprechend aufbrechen oder aufreißen.

Das Grundprinzip ist einfach: Eine Flüssigkeit wird über eine Bohrung unter hohem Druck in den Untergrund gepresst. Vorhandene Risse und Klüfte können dadurch aufgeweitet, gegeneinander verschoben und – je nach Verfahren und geologischen Bedingungen – auch neue Risse erzeugt werden.

Ziel ist es, die Permeabilität, also die Durchlässigkeit des Gesteins, zu erhöhen und damit neue oder bessere Fließwege zu schaffen.

Und genau hier wird es bei der Tiefengeothermie sprachlich interessant.

Wenn aus Fracking plötzlich „Stimulation“ wird

Bei Tiefengeothermieprojekten spricht man vorzugsweise von „hydraulischer Stimulation“.

Was dabei geschieht, beschreibt selbst der Bundesverband Geothermie ziemlich anschaulich: Wasser wird in das Kluftsystem des Reservoirgesteins gepumpt. Der Wasserdruck liegt über dem jeweiligen Gebirgsdruck und kann bis zu 300 bar betragen. Durch das Einpressen werden vorhandene Risse aufgeweitet; gegebenenfalls können auch neue Risse entstehen.

Mit anderen Worten: Das Kluft- und Risssystem des Gesteins wird durch hydraulischen Druck gezielt beeinflusst.

Man kann das selbstverständlich „hydraulische Stimulation“ nennen.

An dem Vorgang selbst ändert der Name allerdings nichts.

Denn ob anschließend Erdgas, Erdöl oder geothermische Energie gewonnen werden soll, bestimmt nicht nachträglich, was zuvor mit dem Gestein gemacht wurde.

Was der Wasserdruck im Untergrund bewirkt

Dabei wird nicht einfach nur Wasser in ein vorhandenes unterirdisches Leitungssystem gepumpt.

Der eingebrachte Wasserdruck greift gezielt in das bestehende Kluft-, Störungs- und Spannungssystem des Gebirges ein. Klüfte werden geöffnet, Gesteinsflächen können gegeneinander verschoben und vorhandene Störungen reaktiviert werden. Genau das ist schließlich Sinn der Übung: Das Reservoir soll nach der „Stimulation“ durchlässiger und ergiebiger sein als zuvor.

Eine bekannte und vielfach dokumentierte Auswirkung solcher hydraulischen Eingriffe ist induzierte Seismizität. Durch Druckinjektionen werden Spannungsverhältnisse im Untergrund verändert und vorhandene Bruch- oder Störungsflächen können in Bewegung geraten. Die dabei ausgelösten seismischen Ereignisse reichen von instrumentell registrierten Mikrobeben bis zu deutlich spürbaren Erschütterungen.

Das ist weder eine Erfindung von Bürgerinitiativen noch ein theoretisches Schreckgespenst. Selbst der Bundesverband Geothermie weist darauf hin, dass hydraulische Stimulation durch den Wasserdruck in der Tiefe Erderschütterungen hervorrufen kann.

Eigentlich wenig überraschend: Wer gezielt Druck auf ein natürliches Kluft- und Störungssystem ausübt, um dessen Eigenschaften zu verändern, sollte sich nicht darüber wundern, wenn sich dort anschließend auch etwas bewegt.

Das Gestein wird also nicht nur „getestet“ oder auf wundersame Weise zu mehr Ergiebigkeit „stimuliert“.

Es wird gezielt hydraulisch und geomechanisch verändert – induzierte Seismizität ist eine bekannte Folge solcher Eingriffe.

Dann nennen wir es eben Wasserfracking

Und nun wird es interessant.

Der Bundesverband Geothermie verwendet für hydraulische Stimulationen, bei denen lediglich Wasser eingesetzt wird, selbst einen bemerkenswerten Begriff:

„Wasserfracs“.

An anderer Stelle definiert er einen Wasserfrac als Gegenstück zum Stützmittelfrac: Bei seiner Erzeugung werde ausschließlich Wasser ohne weitere Zusätze verwendet. Dort heißt es sogar, dass in der Geothermie in Deutschland „ausschließlich Wasserfracs“ eingesetzt würden.

Nun gut.

Das nehmen wir gerne auf.

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Tiefe Geothermie wird für entsprechende hydraulische Eingriffe künftig einen eigenen, für Bürger unmittelbar verständlichen Begriff verwenden:

Wasserfracking.

Nicht als neue geowissenschaftliche Definition und auch nicht als Versuch, sämtliche technischen Verfahren über einen Kamm zu scheren.

Sondern als verständliche Bezeichnung für das, was hinter Begriffen wie „hydraulische Stimulation“ häufig nur schwer erkennbar ist.

Warum wir es Wasserfracking nennen

Weil Sprache einen Unterschied macht.

„Hydraulische Stimulation“, „Stimulationsversuch“ oder „Injektionstest“ klingen technisch, kontrolliert und erstaunlich harmlos – sagen einem Bürger aber zunächst wenig darüber, welcher Eingriff tatsächlich im Untergrund stattfindet. Wasserfracking ist bewusst direkter.

Der Begriff ist deshalb eine bewusste Wortwahl des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Tiefe Geothermie. Nicht, um eine weitere akademische Diskussion über Fachbegriffe zu führen, sondern um verständlich zu benennen, was im Untergrund gemacht wird.

Man kann natürlich weiterhin von einer „hydraulischen Stimulationsmaßnahme zur Verbesserung der Reservoirpermeabilität“ sprechen.

Klingt wissenschaftlicher.

Klingt vielleicht auch angenehmer.

Wir nennen es Wasserfracking.

 

Ariane Stachowsky

Neuste Nachrichten

Wasserfracking – wenn Fracking

plötzlich „Stimulation“ heißt

Insheim abgeschaltet –

läuft bei Vulcan!

Großer Informationsbedarf in Neuhofen:

Bundesverband informiert

Weitere Nachrichten

  • Graben-Neudorf – Wenn ein „Leitprojekt“...
  • Landau ist das Mahnmal
  • Bruchsal: Störungsfrei?

Ältere Nachrichten

Image

Bundesverband Bürgerinitiativen Tiefe Geothermie e.V.

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Tiefe Geothermie e.V. ist ein länderübergreifender Zusammenschluss von Bürgerinitiativen und Interessengemeinschaften. Er bündelt Erfahrungen aus der Praxis, klärt Öffenlichkeit, Politik und Behörden auf und bildet einen Gegenpol zu einseitigen Lobby-Aussagen. Ziel ist es, Risiken und Folgen der Tiefengeothermie kritisch zu hinterfragen und Fehlentscheidungen mit Auswirkungen auf Menschen, Umwelt und Landschaft zu verhindern.

Kontakt

  • info@bundesverband-tiefengeothermie.de
  • Hauptgeschäftsstelle
  • 1. Vorsitzende Ariane Stachowsky

Menü

  • Ältere Nachrichten
  • Mitgliederblog
  • Presse
  • Home
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Login
All Rights reserved © Bundesverband Bürgerinitiativen Tiefe Geothermie e.V.
  • Home
  • Aktuelles
    • Ältere Nachrichten
    • Presse
    • Aktionen
  • Verband
    • Der Verband im Portrait
    • Unsere Philosophie
  • Kontakt
  • Themen
    • Risiken
    • Erdbeben
    • Natur
    • Wissen
    • Lithium
    • Mediation
  • Mitglieder
    • Mitgliederblog
  • Impressum
    • Datenschutz DSGVO

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.

Essentiell Immer aktiv
Notwendig für den Betrieb der Website. Diese Cookies können nicht deaktiviert werden.
Funktionell
Ermöglichen komfortable Funktionen und das Speichern von Einstellungen.
Statistik
Helfen zu verstehen, wie Besucher die Website nutzen (Reichweitenmessung).
Marketing
Werden für Werbung und das Verfolgen von Besuchern über Websites hinweg verwendet.
Andere
Weitere Informationen | Impressum
CookieHint and Consent by reDim GmbH (Öffnet in neuem Fenster)