Bundesverbandes Bürgerinitiativen Tiefe Geothermie e.V. Bundesverbandes Bürgerinitiativen Tiefe Geothermie e.V.
  • Home
  • Aktuelles
    • Ältere Nachrichten
    • Presse
    • Aktionen
  • Verband
    • Der Verband im Portrait
    • Unsere Philosophie
  • Kontakt
  • Themen
    • Risiken
    • Erdbeben
    • Natur
    • Wissen
    • Lithium
    • Mediation
  • Mitglieder
    • Mitgliederblog
  • Impressum
    • Datenschutz DSGVO

Ältere Nachrichten

Weiter Erdbeben trotz Abschaltung: Rittershoffen entlarvt die Tiefengeothermie-Illusion

9 Beben in wenigen Tagen, Magnituden bis 2.6 – und das trotz Stillstand der Anlage. Rittershoffen zeigt, warum Tiefengeothermie im Oberrheingraben kein kontrollierbares Technikprojekt ist.

Die jüngste Erdbebenserie rund um das Tiefengeothermiekraftwerk Rittershoffen im Nordelsass macht eines unmissverständlich klar: Die Risiken der klassischen Tiefengeothermie sind real, wiederkehrend und nicht kontrollierbar. Die aktuellen Ereignisse sind kein Einzelfall, kein Betriebsunfall und keine theoretische Debatte – sie sind das Ergebnis jahrelanger Eingriffe in einen ohnehin tektonisch sensiblen Untergrund des Oberrheingrabens.

Am 4. Dezember 2025 ereignete sich im Raum Haguenau ein induziertes Erdbeben der Magnitude 2.5 in rund fünf Kilometern Tiefe. Französische Fachleute gehen davon aus, dass das Geothermiekraftwerk Rittershoffen der Auslöser war. In der Folge schaltete der Betreiber Électricité de Strasbourg (ÉS) die Anlage vorsorglich ab. Doch wer glaubte, damit sei die Gefahr gebannt, wurde eines Besseren belehrt.

Denn trotz Stillstand der Anlage setzte sich die Erdbebenserie fort. Am 10. Dezember 2025 wurden zwei weitere induzierte Erdbeben mit den Magnituden 2.2 und 1.6 registriert. Zwei Tage später folgten erneut Erschütterungen mit den Magnituden 1.4 und 2.6 – letzteres das stärkste Ereignis dieser Serie. Am darauffolgenden Tag kamen weitere vier Beben hinzu, mit den Magnituden zwischen 1.4 bis 2.1. Innerhalb weniger Tage erschütterte die Erde die Region also neunmal, obwohl der Betrieb bereits eingestellt war.

Diese Abfolge zeigt in aller Deutlichkeit: Ein einmal angestoßener geologischer Prozess lässt sich nicht durch Abschalten stoppen. Das immer wieder angepriesene seismische Monitoring mit Ampelsystem mag registrieren, was passiert – es verhindert nicht, dass sich Spannungen im Untergrund zeitverzögert entladen. Die Erde reagiert nicht auf Betriebsanweisungen.

Besonders brisant ist: Die Dezember-Ereignisse stehen nicht isoliert, sondern reihen sich nahtlos in eine lange Vorgeschichte induzierter Seismizität in Rittershoffen ein. Bereits während der Bohr- und Stimulationsphase zwischen 2012 und 2014 wurden zahlreiche Mikrobeben registriert. Die Magnituden wurden damals bewusst unter 1.7 gehalten, begleitet von umfangreichem Monitoring. Doch auch nach der Inbetriebnahme hörten die Erschütterungen nicht auf. Der Betreiber selbst berichtete, dass bis Ende 2018 rund 300 induzierte Beben mit Magnituden bis 1.6 aufgetreten seien. Spätere Studien, unter anderem aus dem EU-Projekt DESTRESS, zeigen sogar über 1.300 registrierte induzierte Ereignisse – meist nicht spürbar, aber seismologisch eindeutig nachweisbar.

Im April 2023 folgte eine weitere Serie: Innerhalb weniger Stunden wurden mindestens 13 Mikro-Erdbeben registriert, darunter Ereignisse mit Magnituden von 1.6, 1.4 und 1.1, in nur 2 bis 3 Kilometern Tiefe, unmittelbar im Umfeld der Anlage. Am 2. März 2024 kam es erneut zu einem Beben der Magnitude 1.2 in etwa fünf Kilometern Tiefe. Und im Mai 2024 registrierte man zwei stärkere Ereignisse mit Magnituden um 2.0 und 2.2. Auch damals bestätigte ÉS den Zusammenhang mit dem Geothermiekraftwerk – und schaltete die Anlage ab.

Die Lehre aus all dem ist eindeutig: Rittershoffen ist kein Ausreißer, sondern ein Muster. Klassische Tiefengeothermie, die mit Förderung und Verpressung von Tiefenwasser arbeitet und gezielt in Störungszonen eingreift, birgt im Oberrheingraben ein inhärentes Erdbebenrisiko. Dieses Risiko lässt sich weder wegmonitoren noch politisch schönreden.

Umso befremdlicher wirkt es, wenn Rittershoffen weiterhin als angebliches „Vorzeigeprojekt“ präsentiert wird. Wenn Projektträger und Unternehmen Gemeinderäte zu Ausflügen mit Zwiebelkuchen und Wein einladen, um ein angeblich störungsfreies Geothermieprojekt zu präsentieren, obwohl die bekannten Risiken und die lange Vorgeschichte induzierter Erdbeben offenkundig sind, stellt sich zwangsläufig die Frage nach der Ernsthaftigkeit dieser Kommunikation. Wer angesichts dieser Faktenlage weiterhin von einem beherrschbaren und sicheren Betrieb spricht, unterschätzt entweder die Realität – oder nimmt sie bewusst in Kauf.

Die aktuellen Ereignisse in Rittershoffen verdeutlichen eindrücklich, was bei jedem Tiefengeothermieprojekt nicht von der Hand zu weisen ist: Es handelt sich um massive Eingriffe in einen sensiblen Untergrund, deren Folgen zeitverzögert, unkontrollierbar und für die betroffene Bevölkerung spürbar sein können. Für den Oberrheingraben, der ohnehin tektonisch vorbelastet ist, müssen diese Erfahrungen endlich Konsequenzen haben.

Rittershoffen ist keine Erfolgsgeschichte. Es ist eine Warnung: Tiefengeothermie im Oberrheingraben ist kein beherrschbares Technikprojekt, sondern ein geologisches Risiko – und wer das weiterhin verharmlost, spielt bewusst mit den Folgen.

 

Bilder & Text Ariane Stachowsky

  • 14.05.2026 - Insheim– Ein Kraftwerk zwischen Heilsversprechen, Hebelwirkung und Hyperaktivität des Untergrunds
  • 14.05.2026 - Rittershofen-Abgeschaltet seit Dezember
  • 07.05.2026 - Tiefengeothermie Neuhofen: Applaus aus dem Kinderzimmer
  • 08.02.2026 - Reißleine statt Roadmap: bereitet Vulcan den Ausstieg vor?
  • 16.04.2026 - Bürgerinitiative gegen Tiefengeothermie Neuhofen gegründet
  • 20.03.2026 - Meinung zur Rheinpfalz-Artikel und zur IG Pfalz Parterre
  • 07.02.2026 - Schleidberg: Wo PR glänzt – und die ASX die Kratzer zeigt
  • 07.02.2026 - Wenn die Bohrungen wackeln, aber die Gehälter steigen
  • 18.01.2026 - Schleidberg unter Dampf
  • 11.01.2026 - Treffen Eavor Geothermie ohne die Risiken klassischer Tiefengeothermie
  • 15.12.2025 - Zweifel an der Neutralität des Landesamtes für Geologie und Bergbau
  • 15.12.2025 - Weiter Erdbeben trotz Abschaltung: Rittershoffen entlarvt die Tiefengeothermie
  • 07.12.2025 - Fernwärmepläne rund um das Graben-Neudorfer Kraftwerk vorerst geplatzt?
  • 16.11.2025 - EILMELDUNG – Erstes spürbares Erdbeben an Tiefengeothermie-Anlage Graben Neudorf
  • 10.11.2025 - Wenn das Aussprechen amtlich bestätigter Risiken zur „Gefahr“ erklärt wird
  • 03.11.2025 - Ministerium RLP bestätigt zentrale Risiken der Tiefengeothermie
  • 19.10.2025 - Will Geopfalz kritische Stimmen zur Tiefengeothermie mundtot machen
  • 16.08.2025 - Wieder schwerer Häuserschaden an Altbau nach 3D-Seismik
  • 29.05.2025 - Erneute Erdbebenaktivität am Geothermiekraftwerk Insheim
  • 22.05.2025 - Pfusch bei der Genehmigung des Tiefengeothermieprojekts Schleidberg?
  • 04.05.2025 - Riesige Fortschritte bei der Natrium-Ionen-Batterie
  • 27.02.2025 - VER setzt sich über Gemeinderatsbeschluss hinweg
  • 23.02.2025 - Nein zu Rüttelaktionen in Meckenheim
  • 10.02.2025 - Rütteln verursacht Schäden
  • 24.11.2024 - Stellungnahme zum Gesetzesentwurf 2
  • 24.11.2024 - Beantragte EIB Förderung i.H.v. 500 Millionen Euro
  • 06.10.2024 - Stillstand Tiefengeothermie?
  • 16.08.2024 - Seismische Ergebnisse
  • 07.08.2024 - Stellungnahme zum Gesetzesentwurf 1
  • 26.06.2024 - Tagung des Bundesverbandes Tiefengeothermie
  • 26.04.2024 - Kreuter nicht mehr Geschäftsführer bei VER
  • 18.04.2024 - Tiefengeothermiegipfel Oberrhein 2024
  • 25.01.2024 - Tiefengeothermiepläne bereits am Ende?
  • 02.01.2024 - Dammriss durch Erdbeben in Frankreich?
  • 02.01.2024 - Wohl größtes Lithium Vorkommen der Welt in den USA entdeckt!
  • 31.12.2023 - Oberrheingraben  Radioaktivität des Tiefenwassers
  • 31.12.2023 - Geothermiekraftwerk Landau steht! Teil 2
  • 31.12.2023 - Geothermiekraftwerk Landau steht! Teil1
Image

Bundesverband Bürgerinitiativen Tiefe Geothermie e.V.

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Tiefe Geothermie e.V. ist ein länderübergreifender Zusammenschluss von Bürgerinitiativen und Interessengemeinschaften. Er bündelt Erfahrungen aus der Praxis, klärt Öffenlichkeit, Politik und Behörden auf und bildet einen Gegenpol zu einseitigen Lobby-Aussagen. Ziel ist es, Risiken und Folgen der Tiefengeothermie kritisch zu hinterfragen und Fehlentscheidungen mit Auswirkungen auf Menschen, Umwelt und Landschaft zu verhindern.

Kontakt

  • info@bundesverband-tiefengeothermie.de
  • Hauptgeschäftsstelle
  • 1. Vorsitzende Ariane Stachowsky

Menü

  • Ältere Nachrichten
  • Mitgliederblog
  • Presse
  • Home
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Login
All Rights reserved © Bundesverband Bürgerinitiativen Tiefe Geothermie e.V.
  • Home
  • Aktuelles
    • Ältere Nachrichten
    • Presse
    • Aktionen
  • Verband
    • Der Verband im Portrait
    • Unsere Philosophie
  • Kontakt
  • Themen
    • Risiken
    • Erdbeben
    • Natur
    • Wissen
    • Lithium
    • Mediation
  • Mitglieder
    • Mitgliederblog
  • Impressum
    • Datenschutz DSGVO

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.

Essentiell Immer aktiv
Notwendig für den Betrieb der Website. Diese Cookies können nicht deaktiviert werden.
Funktionell
Ermöglichen komfortable Funktionen und das Speichern von Einstellungen.
Statistik
Helfen zu verstehen, wie Besucher die Website nutzen (Reichweitenmessung).
Marketing
Werden für Werbung und das Verfolgen von Besuchern über Websites hinweg verwendet.
Andere
Weitere Informationen | Impressum
CookieHint and Consent by reDim GmbH (Öffnet in neuem Fenster)