Bundesverbandes Bürgerinitiativen Tiefe Geothermie e.V. Bundesverbandes Bürgerinitiativen Tiefe Geothermie e.V.
  • Home
  • Aktuelles
    • Ältere Nachrichten
    • Presse
    • Aktionen
  • Verband
    • Der Verband im Portrait
    • Unsere Philosophie
  • Kontakt
  • Themen
    • Risiken
    • Erdbeben
    • Natur
    • Wissen
    • Lithium
    • Mediation
  • Mitglieder
    • Mitgliederblog
  • Impressum
    • Datenschutz DSGVO

Ältere Nachrichten

 

Wenn das Aussprechen amtlich bestätigter Risiken zur „Gefahr“ erklärt wird – wen mahnt die Geopfalz als nächstes? Das Wirtschaftsministerium?

 

In Waldsee verschärft sich der Konflikt um das geplante Tiefengeothermieprojekt weiter. Nach einem Bericht der Rheinpfalz vom 24.10.2025 „wehrt sich die Geopfalz gegen die Bürgerinitiative“ BIgT. Tatsächlich ist es jedoch die Bürgerinitiative, die unter Druck gesetzt wird: Ihr wurde über eine Berliner Kanzlei eine „Abmahnung wegen unwahrer Behauptungen in der Öffentlichkeit“ zugestellt. Sie sollen eine Unterlassungserklärung unterzeichnen und damit künftig darauf verzichten, öffentlich auf Risiken der Tiefengeothermie hinzuweisen.

Besonders brisant ist die Formulierung, die die Rheinpfalz der Geschäftsführerin der Geopfalz, Claire Weihermüller, zuschreibt. Dort heißt es, das Projekt dürfe nicht durch auf der Webseite der BIgT und in Flyern „verbreitete Lügen“ gefährdet werden. Dieser Ausdruck wurde so wörtlich veröffentlicht. Damit erhebt die Geopfalz nicht nur den Vorwurf falscher Aussagen, sondern stellt die Glaubwürdigkeit engagierter Bürgerinnen und Bürger öffentlich in Frage.

Dem gegenüber steht die klare und detaillierte Risikodarstellung des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz. Das Ministerium benennt unter anderem folgende Schadenszenarien:

· Bohrlochinstabilitäten wie Bohrlochwand-Kollaps, Ausspülungen und Ausbrüche und Verformungen

· Verrohrungsschäden, Leckagen oder Rohrbrüche sowie Versagen von Zementierungen, thermomechanische Spannungsrisse

· Unkontrollierte Fluidaustritte, wie Versagen der Druckkontrollsysteme, Aufsteigen von Gas, Öl oder Thermalwasser an die Oberfläche, Risiko insbesondere für explosionsgefährdete Bereiche,

· Induzierte Seismizität während der Tiefbohrung oder bei hydraulischer Stimulation

· Grundwasserverunreinigung durch Defekte in der Verrohrung oder fehlerhafte Zementierungen

· Oberflächenschäden durch Druckveränderungen im Untergrund oder Kontamination der Bohrplatzumgebung durch ausgetretene Bohrspülung oder Lagerungsfehler

· Auswirkungen auf Menschen, Flora und Fauna durch Bau und Betrieb des Bohrplatzes

Diese Risiken sind nicht hypothetisch, sondern behördlich dokumentiert, technisch nachvollziehbar und durch reale Schadensfälle belegt.

Weitere kritische Ausführung wie zB

· die bestätigten Leckagen am Geothermiekraftwerk Landau mit dem Thermalwassereintrag in Grundwasserhorizonte,

· dem Verbleib von Bohrklein,

· dem Risiko der Gewässerverunreinigung,

· der Definition von „dicht“,

· der induzierten Seismizität,

· dem Injizieren von Inhibitoren,

· dem Ausfallen von Radionukliden,

· der Lagerung und Entsorgung radioaktiver Bestandteile,

runden das Bild entsprechend ab.

 

Damit verschiebt sich die zentrale Frage: Es geht längst nicht mehr darum, ob Risiken bestehen – sie sind anerkannt. Es geht darum, wer sie öffentlich benennen darf.

Wenn das Aussprechen von Risiken, die das zuständige Ministerium selbst aufführt, als „Lüge“ bezeichnet und juristisch unterbunden werden sollen, stellt sich zwangsläufig die Frage: Wird demnächst auch das Ministerium abgemahnt?

Warum auch dieser massive juristische Druck?

Tiefengeothermieprojekte sind wirtschaftlich empfindlich. Sie sind kapitalintensiv, benötigen politische Rückendeckung und leben von öffentlicher Akzeptanz. Je mehr Menschen über Risiken informiert sind, desto schwieriger wird es, das Projekt ohne Widerstand durchzusetzen. Öffentliche Debatten können Genehmigungen verzögern, politische Entscheidungen beeinflussen und Fördermittel gefährden.

Deshalb wird nicht versucht, die angesprochenen Risiken sachlich zu widerlegen, sondern die Diskussion über sie einzuschränken. Die kommunikative Strategie dahinter ist klar: Risiken werden nach außen als „beherrschbar“ dargestellt, um Vertrauen zu sichern; Kritische Stimmen werden hingegen als „übertrieben“ oder „unfachlich“ eingeordnet. Doch wenn Bürgerinnen und Bürger auf Dokumente des Ministeriums verweisen, verliert die Projektseite die Kontrolle über ihr Narrativ.

Und genau dort wird es brenzlig. Wenn Bürger mit offiziellen Quellen argumentieren und Unternehmen darauf mit Abmahnungen reagieren, dann geht es nicht mehr um Technik oder Geologie. Es geht darum, wer bestimmen darf, was gesagt werden darf.

Wird demnächst auch das Ministerium abgemahnt – weil es die gleichen Risiken nennt wie die Bürgerinitiative?

Hier zeigt sich die Farce.

Nicht die Risiken sind das eigentliche Problem, sondern die Öffentlichkeit darüber. Und jeder in Waldsee spürt, was das bedeutet: Wer die öffentliche Diskussion eingeschränkt, erzeugt nicht Vertrauen – sondern Misstrauen.

Denn: Wer zum Schweigen drängen muss, hat etwas zu verbergen.

 

Am Ende zeigt sich in Waldsee ein Mechanismus, der bei großen, politisch und wirtschaftlich bedeutsamen Projekten immer wieder sichtbar wird: Sobald es ernst wird, wird nicht mehr auf Augenhöhe diskutiert. Kritik wird nicht sachlich beantwortet, sondern soll aus dem Weg geräumt werden. Genau das offenbarte das wörtlich veröffentlichte Zitat von Geopfalz-Geschäftsführerin Claire Weihermüller, die erklärte: „Dass ein Projekt, das der Wärmeversorgung in der Region dienen soll, nicht durch auf der Internetseite der BIgT und per Flyer ‚verbreitete Lügen‘ gefährdet werden.“

Doch das, was hier als „Lüge“ bezeichnet wird, wird vom zuständigen Ministerium selbst als technisches Risiko benannt und bestätigt. Die gleichen Punkte, die die Bürgerinitiative öffentlich macht, sind in ministeriellen Dokumenten niedergeschrieben – sie sind behördlich bestätigt, fachlich nachvollziehbar und real beobachtet.

Und genau darin liegt die eigentliche Brisanz: Die Bürgerinitiative soll nicht deshalb zum Schweigen gebracht werden, weil ihre Aussagen falsch wären – sondern weil sie richtig sind. Sie gefährden nicht die Wahrheit, sondern die Durchsetzbarkeit des Projekts.

Wenn ein Projekt nur dann bestehen kann, wenn öffentlich bestätigte Risiken nicht ausdrücklich akzeptabel sind, dann geht es nicht mehr um Transparenz oder Gemeinwohl. Dann geht es um Macht und Kontrolle über die öffentliche Erzählung. Und in dem Moment, in dem die Diskussion nicht mehr zugelassen, sondern unterdrückt wird, verliert ein Vorhaben seine demokratische Legitimation – ganz unabhängig davon, wie sinnvoll es technisch oder energetisch erscheinen mag.

Das ist die Erkenntnis, die in Waldsee gerade sichtbar wird:

Hier wird nicht fair gehandelt.

Hier wird nicht offen abgewogen.

Hier soll ausgerechnet die Wahrheit selbst zum Problem erklärt werden.

 

09.11.2025 - Ariane Stachowsky

  • 14.05.2026 - Insheim– Ein Kraftwerk zwischen Heilsversprechen, Hebelwirkung und Hyperaktivität des Untergrunds
  • 14.05.2026 - Rittershofen-Abgeschaltet seit Dezember
  • 07.05.2026 - Tiefengeothermie Neuhofen: Applaus aus dem Kinderzimmer
  • 08.02.2026 - Reißleine statt Roadmap: bereitet Vulcan den Ausstieg vor?
  • 16.04.2026 - Bürgerinitiative gegen Tiefengeothermie Neuhofen gegründet
  • 20.03.2026 - Meinung zur Rheinpfalz-Artikel und zur IG Pfalz Parterre
  • 07.02.2026 - Schleidberg: Wo PR glänzt – und die ASX die Kratzer zeigt
  • 07.02.2026 - Wenn die Bohrungen wackeln, aber die Gehälter steigen
  • 18.01.2026 - Schleidberg unter Dampf
  • 11.01.2026 - Treffen Eavor Geothermie ohne die Risiken klassischer Tiefengeothermie
  • 15.12.2025 - Zweifel an der Neutralität des Landesamtes für Geologie und Bergbau
  • 15.12.2025 - Weiter Erdbeben trotz Abschaltung: Rittershoffen entlarvt die Tiefengeothermie
  • 07.12.2025 - Fernwärmepläne rund um das Graben-Neudorfer Kraftwerk vorerst geplatzt?
  • 16.11.2025 - EILMELDUNG – Erstes spürbares Erdbeben an Tiefengeothermie-Anlage Graben Neudorf
  • 10.11.2025 - Wenn das Aussprechen amtlich bestätigter Risiken zur „Gefahr“ erklärt wird
  • 03.11.2025 - Ministerium RLP bestätigt zentrale Risiken der Tiefengeothermie
  • 19.10.2025 - Will Geopfalz kritische Stimmen zur Tiefengeothermie mundtot machen
  • 16.08.2025 - Wieder schwerer Häuserschaden an Altbau nach 3D-Seismik
  • 29.05.2025 - Erneute Erdbebenaktivität am Geothermiekraftwerk Insheim
  • 22.05.2025 - Pfusch bei der Genehmigung des Tiefengeothermieprojekts Schleidberg?
  • 04.05.2025 - Riesige Fortschritte bei der Natrium-Ionen-Batterie
  • 27.02.2025 - VER setzt sich über Gemeinderatsbeschluss hinweg
  • 23.02.2025 - Nein zu Rüttelaktionen in Meckenheim
  • 10.02.2025 - Rütteln verursacht Schäden
  • 24.11.2024 - Stellungnahme zum Gesetzesentwurf 2
  • 24.11.2024 - Beantragte EIB Förderung i.H.v. 500 Millionen Euro
  • 06.10.2024 - Stillstand Tiefengeothermie?
  • 16.08.2024 - Seismische Ergebnisse
  • 07.08.2024 - Stellungnahme zum Gesetzesentwurf 1
  • 26.06.2024 - Tagung des Bundesverbandes Tiefengeothermie
  • 26.04.2024 - Kreuter nicht mehr Geschäftsführer bei VER
  • 18.04.2024 - Tiefengeothermiegipfel Oberrhein 2024
  • 25.01.2024 - Tiefengeothermiepläne bereits am Ende?
  • 02.01.2024 - Dammriss durch Erdbeben in Frankreich?
  • 02.01.2024 - Wohl größtes Lithium Vorkommen der Welt in den USA entdeckt!
  • 31.12.2023 - Oberrheingraben  Radioaktivität des Tiefenwassers
  • 31.12.2023 - Geothermiekraftwerk Landau steht! Teil 2
  • 31.12.2023 - Geothermiekraftwerk Landau steht! Teil1
Image

Bundesverband Bürgerinitiativen Tiefe Geothermie e.V.

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Tiefe Geothermie e.V. ist ein länderübergreifender Zusammenschluss von Bürgerinitiativen und Interessengemeinschaften. Er bündelt Erfahrungen aus der Praxis, klärt Öffenlichkeit, Politik und Behörden auf und bildet einen Gegenpol zu einseitigen Lobby-Aussagen. Ziel ist es, Risiken und Folgen der Tiefengeothermie kritisch zu hinterfragen und Fehlentscheidungen mit Auswirkungen auf Menschen, Umwelt und Landschaft zu verhindern.

Kontakt

  • info@bundesverband-tiefengeothermie.de
  • Hauptgeschäftsstelle
  • 1. Vorsitzende Ariane Stachowsky

Menü

  • Ältere Nachrichten
  • Mitgliederblog
  • Presse
  • Home
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Login
All Rights reserved © Bundesverband Bürgerinitiativen Tiefe Geothermie e.V.
  • Home
  • Aktuelles
    • Ältere Nachrichten
    • Presse
    • Aktionen
  • Verband
    • Der Verband im Portrait
    • Unsere Philosophie
  • Kontakt
  • Themen
    • Risiken
    • Erdbeben
    • Natur
    • Wissen
    • Lithium
    • Mediation
  • Mitglieder
    • Mitgliederblog
  • Impressum
    • Datenschutz DSGVO

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.

Essentiell Immer aktiv
Notwendig für den Betrieb der Website. Diese Cookies können nicht deaktiviert werden.
Funktionell
Ermöglichen komfortable Funktionen und das Speichern von Einstellungen.
Statistik
Helfen zu verstehen, wie Besucher die Website nutzen (Reichweitenmessung).
Marketing
Werden für Werbung und das Verfolgen von Besuchern über Websites hinweg verwendet.
Andere
Weitere Informationen | Impressum
CookieHint and Consent by reDim GmbH (Öffnet in neuem Fenster)