
Dammriss durch Erdbeben in Frankreich?
Im Norden von Kehl zwischen Auenheim und der Staustufe Gambsheim steigt der Grundwasserspiegel ungewöhnlich stark an. In Kehl-Leutersheim wird von hohen Pegelständen des Mühlbachs berichtet, die Bevölkerung ist beunruhigt. Ursache könnte ein Dammriss sein, der durch ein Erdbeben entstanden ist. Ein Ingenieursbüro ist mit der Suche der undichten Damm-Stelle beauftragt. „Man vermutet, dass durch Erdbeben in Frankreich der Damm auf der Rheinseite in Rheinau undicht wurde und es dort Wasser reindrückt“, so Verbandsingenieur Andreas Meyer. Mögliche Ursache könnten die Erschütterungen des Erdbebens durch die Geothermie-Bohrungen auf französischer Seite sein. Dies nachzuweisen werde nicht einfach, so der Kehler Oberbürgermeister Wolfram Britz. Und wenn der Damm wirklich einen Riss habe, muss man diesen erst finden….
Rückblick:
2016 begann das Unternehmen Geoven auf der französischen Rheinseite in Vendenheim mit dem Aufbau einer Tiefen-Geothermie-Anlage. Dabei wurde über 5 000 Meter tief gebohrt und es kam wiederholt zu Erdstößen. Nach einem Beben im November 2019 wurde der Betrieb gestoppt. Experten bestätigten Ende 2020, dass die Geothermie-Aktivitäten Ursache der Beben sind. Im Dezember 2020 wurde das Projekt endgültig eingestellt. Das vorzeitige Betriebsende wegen zu großer Erdbebengefahr sollte Schlimmeres verhindern. Doch die Erdbeben hielten an. So kam es im Juni 2021 mit Magnitude 4 zum bisher stärksten Erdbeben der ganzen Sequenz, sieben Monate nach Betriebsende. Zwischen Mai 2019 und November 2022 kam es insgesamt zu 185 induzierten Erdbeben in den französischen Gebieten um La Wantzenau und Straßbourg sowie auf deutscher Seite im Landkreis Rastatt und Orten im Bereich von Kehl, Rheinau, Willstätt bis ins Renchtal, Achertal und Offenburg zu zahlreichen Gebäudeschäden. In den betroffenen Orten kämpften hunderte Geschädigte um einen Ausgleich für die Schäden.
Ariane Stachowsky









